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Spiez

Blue Community: Wasser für alle

Am Donnerstag, 1. September, wurde der Ref. Kirchgemeinde Spiez als erster Institution im Berner Oberland das Zertifikat „Blue Community“ verliehen. Die Kirchgemeinde will sich nachhaltig dafür einsetzen, dass der freie und öffentliche Zugang zu Wasser bewahrt und gefördert wird.

Erst nachdem er einen Schluck Wasser getrunken hatte, begrüsste Hansueli Frei, Vizepräsident des Kirchgemeinderates der Ref. Kirchgemeinde Spiez, die interessierten Anwesenden. Insbesondere hiess er Ursula Zybach als Vertreterin der Gemeinde Spiez, sowie die Referenten Werner Schmid, Wasserversorgungsgenossenschaft der Gemeinden Aeschi und Spiez,  und Heinz Bichsel von der Fachstelle OeME (Ökumene,  Mission, Entwicklungszusammenarbeit) der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn willkommen.  Musikalisch umrahmt wurde der Anlass von den Spiezerinnen Evelyn und Kristina Brunner.  

Als lebensnotwendiges Element würdigte Hansueli Frei das Wasser und begründete damit die Zielsetzung der Mitgliedschaft bei der Blue Community: tatkräftig den sorgfältigen Umgang mit Wasser zu fördern. Er unterstrich dies mit dem Votum „Wasser trinken statt Wein predigen“.

Nicht selbstverständlich

Mit eindrücklichen Worten schilderte Werner Schmid die Geschäftskultur der Wasserversorgungsgenossenschaft der Gemeinden Aeschi und Spiez und erläuterte die Grundlagen, die den freien Zugang zu Trinkwasser gewährleisten. Die Genossenschaft erfülle sämtliche Kriterien, die auch von der Blue Community genannt werden. Unter anderem sei die Unabhängigkeit von profitorientierten Finanzsystemen wichtig. Auch die Unterstützung von lokalen und kantonalen Behörden  könne entscheidend sein. So hofft Werner Schmid auch, dass die Quellen im Kanton Bern gesichert bleiben und trotz knapper Finanzen nicht etwa aufgegeben werden.

Einfluss der Kirchen begrenzt

Materiell und vor allem auch spirituell von entscheidendem Wert ist das Wasser auch für die Kirchen. Heinz Bichsel von der Fachstelle OeME der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn erläuterte deren Beweggründe historisch und theologisch. Kein Zugang zu Wasser heisse jedoch vor allem auch menschliches Leid. Ausschlaggebend für das Engagement der Kirchen war die Privatisierung von Wasser in Brasilien. Nachdem ein von Freiwilligen aufgebautes Wasserversorgungsnetz in Bolivien von Unternehmen privatisiert und genutzt wurde, reagierte 2010 auch die UNO. Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wurde als Menschenrecht deklariert.

Die drohende Privatisierung in Kanada führte dort bereits 1985 zur Gründung von Blue Community. Die Unterstützung solcher Körperschaften sei entscheidend, denn der Einfluss der Kirchen ist begrenzt.

Wasserkrüge mit Botschaft

"Wasser ist ein öffentliches Gut und gehört allen. Die Verantwortung dafür liegt im öffentlichen Sektor", referierte Maude Barlow, Mitbegründerin der Blue Community in Kanada,  im Mai an der Universität in Bern. Sie überzeugte mit ihren Worten auch Andreas Blaser in dieser Sache aktiv zu werden. Es gelang ihm, so schilderte er in seiner Rede, mit der Kommission OeME und deren Präsident Klaus Weinreich den Kirchgemeinderat Spiez zu einem deutlichen Engagement zu bewegen. Sichtbar werde dies vor allem mit den Glaskrügen, die die Inschrift „Blue Community“ tragen. Bei jeder Veranstaltung wird  Leitungswasser anstelle von Flaschenwasser angeboten werden. Dass damit laut Heinz Bichsel rund 1400 Lastwagenfahrten gespart werden, werde einen erheblichen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten.

Zertifikat ist Selbstverpflichtung

Mit jährlichen Aktionen zu Wasser und der Förderung von öffentlichen Trinkwasserstellen bei kirchlichen Gebäuden will die Kirchgemeinde laut Andreas Blaser ihr Engagement wach halten. Unterstützt wird zudem ein Projekt von HEKS (Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz) in Simbabwe.

Übergabe des Zertifikates, von links nach rechts: Hansueli Frei, Werner Schmid, Andreas Blaser, Heinz Bichsel, Ursula Zybach, Evelyn und Kristina Brunner, Klaus Weinreich

Text und Foto: S. Schneider Rittiner

Vision Kirche 21 - Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn